Szenario "Sicherheit neu denken"

Beschluss der badischen Landessynode vom 24. Oktober 2013:
"Gleich dem nationalen Ausstiegsgesetz aus der nuklearen Energiegewinnung, gilt es – möglicherweise in Abstimmung mit anderen EU-Mitgliedsstaaten – ein Szenario zum mittelfristigen Ausstieg aus der militärischen Friedenssicherung zu entwerfen. Mitglieder und Mitarbeitende des EOK sowie Synodale werden gebeten, dieses Anliegen bei Begegnungen mit den in der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zusammengeschlossenen Kirchen einzubringen."
                                                                                                                                                                                                                                                     
 
 
Quelle: ZfK
 

Fünf Säulen der Zivilen sicherheitspolitik:

I Gerechte Außenbeziehungen

II Nachhaltige Entwicklung der EU-Anreinerstaaten

III Teilhabe an der internationalen Sicherheitsarchitektur

IV Resiliente Demokratie

V Konversion der Bundeswehr und der Rüstungsindustrie

 

 

Der Weg bis zum Szenario "Sicherheit neu Denken"

Im Herbst 2015 wurde zur Erarbeitung eines Ausstiegsszenarios eine Arbeitsgemeinschaft eingesetzt. DieArbeitsgruppe hatte den Auftrag bis zum Herbst 2018 einen Entwurf eines Ausstiegsszenarios der Landessynode vorzulegen, der an die Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) zur Diskussion weitergegeben werden kann.
 
Ziel des Szenarios:
Die Möglichkeiten gewaltfreier Selbstbehauptung einer demokratischen und an den Menschenrechten orientierten Gesellschaft aufzuzeigen und Wege eines mittelfristigen Umstiegs von der militärischen zu einer gewaltfreien Friedenssicherung zu entwerfen.
 

Methodische Vorgehensweise: die Szenario-Technik

Die Szenariotechnik ist eine Methode der Strategischen Planung, die sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft verwendet wird. Ihr Ziel ist es, mögliche Entwicklungen der Zukunft zu analysieren und zusammenhängend darzustellen. Beschrieben werden dabei alternative zukünftige Situationen sowie Wege, die zu diesen zukünftigen Situationen führen. Szenarios stellen hypothetische Folgen von Ereignissen auf, um auf kausale Prozesse und Entscheidungsmomente aufmerksam zu machen.
 
Das Senario enthält drei Szenarien, die die Entwicklung von 2018 bis 2040 umreißen:
 
  1. Trendszenario: Die Entwicklung der Militarisierung der Gesellschaft und der Welt in der Gegenwart wird umrissen und weitergedacht bis zum Jahr 2040.
  2. Negativszenario: ist eng verknüpft mit dem Trendszenario, allerdings werden negative Wirkungen von Entscheidungen im wirtschaftlichen, ökologischen, militärischen Bereich ignoriert.
  3. Positivszenario:  zeigt Wege auf, welchen Beitrag Deutschland zu einem Übergang von einer militärischen zu einer zivilen Sicherheitspolitik bis zum Jahr 2040 leisten kann.
Quelle: Theo Ziegler
 
 
Ein erster Entwurf des Szenarios wurde zwischen Mai
Quelle: Ulrike Fuhry
 2017 und September 2017 mit 
verschiedenen Expert*innen diskutiert. Im Herbst 2017 wurde der Text überarbeitet und mit der Überarbeitung änderte sich jetzt der Name.
Es heißt jetzt "Sicherheit neu denken - von der militärischen zur zivilen 
Sicherheitspolitik".
 
 
Es gibt zwei Versionen des Szenarios:
 

1. Kurfassung (Überblick):

 
 
Die Kurzform steht momentan nur als Download zur Verfügung. Sobald wir wieder eine gedruckte Version haben, werden wir dies hier mitteilen.
 

2. Szenario als Buch (ca. 160 Seiten)

 
Quelle: Stefan Maaß
Das Buch kann für 9,95 Euro über die Arbeitsstelle Frieden erworben werden.
Im Gegensatz zur Kurzfassung enthält das Buch eine große Zahl von Beispielen zur Veranschaulichung, sowie eine detaillierte Ausarbeitung einzelner Themenkomplexe.
 
  
 
 
 
 

Beiträge zum Szenario "Sicherheit neu denken"

Quelle: ZfK
Am 28. April 2018 wurde das Szenario erstmals der Öffentlichkeit im Rahmen des Studientags "Kirche des gerechten Friedens werden" vorgestellt.
Eine Dokumentation des Studientags ist als epd-Dokumentation Nr.20/18 erschienen.
 
Oberkirchenrat Prof. Dr. Christoph Schneider-Harpprecht:
 
Nach der Einführung in das Szenario moderierte Oberkirchenrätin Karen Hinrichs eine Podiumsdiskussion zu drei Leitfragen:
 
  1. Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen des Positivszenarios?
  2. Wo sehen Sie die Chancen für eine Realisierung von einzelnen Aspekten des Positivszenarios?
  3. Welche Möglichkeiten sehen Sie, das Trendszenario oder das Negativszenario aufzuhalten?
Hier die Voten der vier Podiumsteilnehmer*innen: 
 
  1. Oberst Prof. Dr. Matthias Rogg, Mitglied der Kammer für öffentliche Verantwortung der EKD:
  2. Ralf Becker, Co-Autor und für die AG "Sicherheit neu denken":
  3. Ute Finckh-Krämer, ehem. MdB
  4. Martin Schindehütte, ehem. Auslandsbischof
Nach der Podiumsdiskussion fanden Workshops zu verschiedenen Themen statt. Hier einige Eindrücke und Rückmeldungen aus dem Workshop "Szenario Sicherheit neu denken" mit Ralf Becker und Theo Ziegler:
 
 
 
 

Artikel über das Szenario

Kurzbericht über das Ausstiegsszenario in gewaltfrei konkret März 2017
 
Am 26. Mai 2017 wurde der erste Entwurf des Szenarios in Magdeburg auf dem Kirchentag auf dem Weg öffentlich diskutiert.
Quelle: Rolf Pfeffer
Ralf Becker
 
Quelle: Rolf Pfeffer
Stefan Maaß
 
 
 

Expertengespräche

Am 12. Mai fand das erste Expertengespräch im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe statt. Die drei Experten zollten der Arbeitsgruppe großen Respekt für diesen Entwurf und wiesen darauf hin, dass die Gruppe mit diesem Entwurf etwas Neues wage. Auch das Vorgehen, das Papier jetzt noch nicht zu veröffentlichen, sondern es mit Experten zu diskutieren, wurde ausdrücklich gelobt. Die Kritik war durchweg konstruktiv und es gab auch weitere Anregungen, welche Expert*innen noch hinzuzuziehen sind. So beschloss die Gruppe am 7. Juli noch ein weiteres Expertengespräch  durchzuführen.
 
Quelle: Rolf Pfeffer
Expertenanhörung mit Werner Dierlamm
(Mitbegründer von Ohne Rüstung Leben)
Quelle: Rolf Pfeffer
Expertengespräch mit Marc Witzenbacher
(Referent der EKD bei der ACK)
 
 
 

Ansprechpartner für das Ausstiegsszenario

Stefan Maaß

Quelle: David Groschwitz
Friedensbeauftragter und Landesjugendreferent
Koordiniert den landeskirchlichen Prozess "Kirche des gerechten Friedens werden"
Telefon: 0721 9175-470
 
Veranstaltungen

Neue Trainer*innenschulung im Mai 2019
Quelle: Zentrum für Kommunikation EOK
Vom 17. bis 19. Mai 2019 findet eine Schulung zum/r
Trainer*in für Friedensstifter*innen
im Bildungshaus St. Barabara in Rastatt statt.
nähere Informationen unter:
Stefan[dot]Maass[at]ekiba[dot]de

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